Unser Wasser schützen

Wasser betrifft uns alle. Wir trinken Wasser, nutzen es zum Zähneputzen, das Wasser ist in Nahrung und Kleidung enthalten. Wir kennen Wasser als Regen, Schnee, Seen und Flüsse. Wasser ist für uns alle lebensnotwendig. Ohne Wasser würden wir nach drei Tagen versterben, und verschmutztes Wasser kann Krankheiten bei uns hervorrufen. Gleichzeitig ist Wasser nicht unbegrenzt verfügbar.

Unser blauer Planet. 70 Prozent der Erde ist mit Wasser bedeckt, doch nur minimaler Anteil ist Süßwasser und für uns nutzbar. Vom ganzen Wasservorkommen auf der Erde sind nur 2,5 Prozent Süßwasser. Davon sind 75 Prozent als Eis und Schnee vor allem in der Antarktis und in Grönland gebunden und 24,7 Prozent sind als fossiles Grundwasser in tiefen Gesteinsschichten eingeschlossen. Das bedeutet, gerade mal 0,3 Prozent des weltweiten Süßwasservorkommens verbleiben in Flüssen, Feuchtgebieten, Seen, Böden und der Atmosphäre. Nur diese 0,3 Prozent sind für uns Menschen zugänglich und als Ressource verfügbar.

Trockenzeiten. In den letzten 40 Jahren gab es immer mal wieder ein trockenes Jahr, doch in den letzten Jahren nahmen die Dürren zu. Besonders 2018 und 2019 zeigen extreme Dürren für ganz Deutschland. Die Klimakrise hat einen der wichtigsten Einflüsse auf die Wasserverfügbarkeit, denn es gibt nicht nur einen Temperaturanstieg, sondern auch die Niederschläge verändern sich. Der Grundwasserpegel und die Flusswasserstände sinken, das im Boden vorhandene, pflanzenverfügbare Wasser wird weniger. Deutschland ist bisher immer noch ein wasserreiches Land, doch die Klimakrise stellt uns vor immer größere Herausforderungen. Wir haben in den letzten Sommern trockene Felder, Probleme mit der Trinkwasserversorgung in manchen Gegenden, Bäume und Wälder, die zu wenig Wasser bekommen und absterben, gesehen. Die Prognosen gehen davon aus, dass die globale Erwärmung das Problem der agrarischen Dürren nicht nur international, sondern auch in Deutschland und Europa verschärfen wird. Dürren werden länger dauern, mehr Flächen und damit mehr Menschen betreffen. Erwärmt sich die Erde um 3 °C, werden Extremereignisse wie die Dürre im Jahr 2003 künftig in weiten Teilen Europas nicht mehr als Dürre klassifiziert, sondern dem Normalzustand zugeschrieben. In vielen Regionen der Erde werden wir zukünftig mit Wassermangel und Dürren rechnen müssen und es wird dort auch noch schlimmer ausfallen als bei hier.

Virtuelles Wasser und der Wasserfußabdruck. Virtuelles Wasser beschreibt, welche Menge Wasser in einem Produkt oder Lebensmittel enthalten ist und zur Herstellung dafür verwendet wird. Mit der Berechnung des virtuellen Wasserverbrauchs für ein Produkt kann bewerten werden, wie die ökologische Situation der Produktionsbedingungen sind, und wie hoch damit der Wasserfußabdruck von uns ist. Zum Beispiel benötigt der Anbau von Gemüse im Wüstenklima mehr Wasser als der Anbau der gleichen Pflanzen in gemäßigten Klimazonen. Wir importieren Kleidungsstücke, Smartphones, Avocados, Bananen, Tomaten und mehr. Problematisch wird es besonders, wenn wir Produkte aus Gegenden importieren, die zunehmend oder schon jetzt unter Wassermangel leiden oder auch aus Staaten, in denen das Menschenrecht auf Wasser nicht eingehalten wird oder weitere Menschenrechtsverletzungen stattfinden. Hierbei kommt natürlich auch noch dazu, dass bei der Herstellung Wasser verschmutzt wird. Es geht also nicht nur darum, den Wasserfußabdruck zu verringern, sondern es auch muss zusätzlich der Schadstoffeintrag in die Gewässer reduziert werden.

Konsequenter Klimaschutz. Jedes weitere Jahr ohne erkennbare Emissionsminderungen von Treibhausgasen führt dazu, dass kommende Generationen mit mehr chronischem oder akutem Wassermangel rechnen müssen und als Folge mit Ernteeinbußen umgehen werden müssen. Wir müssen die Emissionen stark und schnell reduzieren und schnellstmöglich 100 Prozent Erneuerbare Energien erreichen. Damit können wir nicht nur Emissionen senken, sondern auch den Wasserverbrauch senken, den wir aktuell noch für die Kühlung von Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke brauchen. Wir brauchen einen Umbau im Verkehrssektor weg vom Auto hin zur Schiene sowie ÖPNV und Platz für Radfahrer*innen sowie Fußgänger*innen und viele weitere Maßnahmen für einen konsequenten Klimaschutz.

Wasserfußabdruck reduzieren. Auf persönlicher Ebene können wir dazu beitragen, indem wir unter anderem den Konsum reduzieren, bioregionale Lebensmittel einkaufen und wenig oder kein Fleisch essen. Auf politischer Ebene kann eine Kennzeichnungspflicht des wahren Wasserverbrauchs bei Produkten dazu beitragen. Die Produkte müssen den wahren Wert wiedergeben, indem wir die Kosten des Wasserverbrauchs in Produkte einpreisen, genauso wie bei weiteren Klima- und Umweltzerstörungskosten.

Nachhaltige Landwirtschaft. Eine klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft muss rentabler werden, zum Beispiel über entsprechende Förderung. In der Landwirtschaft werden wir jedoch zukünftig mehr Bewässerung brauchen. Daher ist es wichtig, hier wassersparende Methoden zu entwickeln und zu verwenden. Die Digitalisierung kann einen großen Beitrag dazu leisten. Für eine effiziente Bewässerung dürfen keine Beregnung oder Sprinkleranlagen verwendet werden, da der Großteil des Wassers verdunstet. Am besten sind Tropfbewässerung, eine exakte Bestimmung der Wassermengen, eine Bewässerung nachts. Wir brauchen eine präzisere Bestimmung des tatsächlichen Wasserbedarfs von Pflanzen. Es ist wichtig, wenig wasserverbrauchende Saaten zu nutzen, besonders in wasserarmen Gebieten. Der schnelle Ausbau der Ökologische Landwirtschaft ist unser Ziel: Damit können wir die Gewässerverschmutzung vermeiden und verringern. Agroforst sollte Standard werden. Wir brauchen auf den Feldern Bäume und Sträucher, die für mehr Feuchtigkeit im Boden sorgen und bei Starkregenereignissen Wasser besser aufnehmen und speichern können. Damit erreichen wir auch weniger Winderosion und erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Felder.

Nachhaltige Stadtentwicklung mit Schwammstädten. Nicht nur das Land ist von geringeren Niederschlägen betroffen, auch die Städte werden zunehmend damit konfrontiert. Durch die heißen, trockenen Sommer und den hohen Versiegelungsgrad in den Städten heizen sich Städte stärker auf. Es wird immer wichtiger werden, Regenwasser vor Ort zu halten und als Ressource zu verwenden. Das bedeutet, Regenwasser verschwindet nicht ungenutzt im Abwasserkanal, sondern versickert im Boden. Zum einen gibt das Regenwasser den Pflanzen und Bäumen immer wieder Feuchtigkeit ab und zum anderen kann sich das Grundwasser nachbilden. In einer nachhaltigen Stadtentwicklung kann das Regenwasser auch über begrünte Wiesen und Mulden aufgefangen werden. Darunter befinden sich Kiessubstrate, die wie ein Schwamm vollsaugen, und die auch Starkregen auffangen und nutzen. Damit kühlen wir Straßen und geben Pflanzen und Bäume Feuchtigkeit auch in Trockenzeiten ohne Regen.